
In der 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts war Bex bei Airshowfans ein Begriff. Mehrere grosse Airhows wurden damals auf dem Grasflugplatz mit nur 700 m Länge durchgeführt.

Die Ausgabe des Jahres 1985 konnte mit einigen Leckerbissen aufwarten. So waren die Red Arrows, die Patrouille de France und die Patrouille Suisse mit von der Partie. Bei den Solodisplays stachen natürlich die Vorführungen der F-16 Fighting Falcon und der F-15 Eagle der USAFE ins Auge. Daneben wurden auch Warbirds präsentiert, so die Supermarine Spitfire, die Mustang P-51D in den Farben der Royal Air Force und auch eine Curtiss P-40 Kittyhawk mit Ray Hanna am Steuerknüppel zeigte sich am Himmel von Bex.

Ich war zweimal in Bex in den 1980er Jahren, wobei im Jahre 1987 wegen dem schlechten Wetter leider keine Fotos geschossen werden konnten. Dafür waren die spätsommerlichen Tage des Jahres 1985 wunderschön, so dass untenstehend einige Fotos dieses Anlasses begutachtet werden können.

Leider erlebte ich in Bex auch einen tödlichen Unfall. Nur ein paar Meter von meiner Position entfernt schlug ein Fallschirmspringer ungebremst auf dem Boden auf. Der Schirm des Fallschirmspringers hatte sich nicht geöffnet und das Notschirmprozedere wurde offenbar zu spät oder gar nicht eingeleitet.

Der Unfall ereignete sich anlässlich der offiziellen Eröffnungszeremonie nach der Mittagspause. Der Fallschirmspringer sollte dabei eine Fahne entrollen. Er war mit einer ganzen Gruppe von Springern unterwegs, so dass dieser Unfall den meisten Zuschauern verborgen blieb. Es war für mich – als regelmässiger Besucher solcher Veranstaltungen – der erste Unfall mit Todesfolge, den ich erleben musste! Der Flugtag wurde danach ohne Unterbrechung fortgesetzt.

Flugmeetings Bex – Supermarine Spitfire Mk. IX (MH434)
Es waren einmal ein paar Freizeitpiloten, die bei einem Glas Weisswein und einem Fondue unter der Laube der Kantine des Flugplatzes von Bex diskutierten. Das ist lange her, und die Gesprächsteilnehmer sprachen über die Möglichkeit, auf ihrem wunderschönen Rasenstück ein Flugmeeting zu veranstalten. Aber es musste etwas Unvergessliches, Außergewöhnliches sein…, eine Spitfire!
Es gab damals nur drei oder vier flugfähige Exemplare, und die befanden sich in England. Sie gaben ein Vermögen für Telefonate aus, überquerten dann den Ärmelkanal und durchstreiften England auf der Suche nach einer Spitfire, die bereit war, für eine kleine Antrittsgage in die Schweiz zu kommen. Eine Herausforderung, die sie mit Bravour meisterten, denn beim Meeting 1976 war ihr Jagdflugzeug unterwegs, verfolgt von den Fluglotsen von Genf-Cointrin. Sie drehte ein paar Runden und landete dann einfach auf dem Rasen des Flugplatzes Les Placettes. Das Publikum konnte nicht nur eine «Spit» aus nächster Nähe sehen, sondern auch ihren Piloten: Neil Williams, einen berühmten Kunstflugpiloten, der 1934 in Kanada geboren wurde und nur ein Jahr nach seiner Vorführung 1976 verstarb.
Das Meeting war ein so grosser Erfolg, dass die Organisatoren es in den folgenden Jahren wiederholten und jedes Mal die Spitfire MH434 mitbrachten, die zum Maskottchen von Bex wurde. 1987 wurden die Treffen eingestellt. Bis 1998 passierte nichts mehr; das erste Flugzeug, das in diesem Jahr eingesetzt wurde, war natürlich die Spitfire MH434. Es dauerte bis 2007, bis Bex ein neues Treffen veranstaltete. 2026 jährt sich die Landung der Spitfire Mk. IX (MH434) zum 50. Mal. Wer weiss, ob die schöne Spitfire nicht wieder den Weg nach Bex findet!
Quelle:
Flugplatz Les Placettes: 100 Jahre Geschichte, die Bex geprägt haben
Veröffentlicht am 8. November 2016
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