Stealthjets und Tropenhitze
Die Belgischen Luftwaffentage fanden am 27. und 28. Juni 2026 auf dem Luftwaffenstützpunkt Florennes in Wallonien statt. Gefeiert wurde das 80-jährige Bestehen der belgischen Luftwaffe. Erstmals konnten die neuen Lockheed Martin F-35A Lightning II der belgischen Luftwaffe aus nächster Nähe und in der Luft erlebt werden. Zusätzlich zu den belgischen Beiträgen waren zahlreiche internationale Teilnehmer vertreten. Der Flugplatz Florennes wurde kürzlich modernisiert und bietet Platz für die F-35A sowie die ferngesteuerten MQ-9B Drohnen.

Der Luftwaffenstützpunkt Florennes im Herzen Walloniens präsentierte sich an diesem Juni-Wochenende 2026 als eine Bühne der Extreme. Bei Temperaturen, die lokal die 40-Grad-Marke überschritten, flimmerte der Asphalt der erst kürzlich modernisierten Startbahnen so intensiv, dass die Konturen der Maschinen am Horizont zu verschwimmen schienen.



Die Hauptattraktion der belgischen Luftwaffe war das 1. Geschwader mit seinen Lockheed Martin F-35A Lightning II, die zum ersten Mal überhaupt bei einer öffentlichen Veranstaltung als statische Ausstellung zu sehen waren.

Sie bildeten den Auftakt zu einer kleinen F-35A-Präsentation, zu der auch ein Exemplar der italienischen Luftwaffe sowie zwei Flugzeuge des 313. Geschwaders der Königlich-Niederländischen Luftwaffe gehörten.

Das letzte Donnern der Phantoms
Während die F-35 die Zukunft verkörperte, sorgten internationale Gäste für eine Zeitreise in die analoge Ära. Besonders die türkischen und griechischen McDonnell Douglas F-4E Phantom II zogen die Blicke auf sich. Die griechische „Aries“ – benannt nach dem Kriegsgott –, die bereits im Vorjahr auf der Sanicole Airshow ihr internationales Debüt gefeiert hatte, wirkte wie ein Fossil aus einer Zeit, in der Luftkämpfe mit donnernder Gewalt und weithin sichtbaren Rauchfahnen ausgetragen wurden.



Die portugiesische Luftwaffe war mit drei leichten Angriffs- und Trainingsflugzeugen vom Typ Embraer A-29N Super Tucano vertreten. Die Portugiesen sind der Erstkunde für die A-29N, die für NATO-Staaten entwickelt wurde. Die Flugzeuge werden von der Esquadra 103 „Caracóis“ betrieben und haben die Dassault/Dornier Alpha Jet A ersetzt. Derzeit wird an der Erreichung der vollen Einsatzfähigkeit gearbeitet, die für 2027 erwartet wird.
Ein interessanter Aspekt der statischen Ausstellungen war die starke Beteiligung von Rüstungsunternehmen, die Luftkampftraining für europäische Luftstreitkräfte anbieten. Top Aces stellte Exemplare seines Dassault Dornier Alpha Jet A und des McDonnell Douglas A-4N Skyhawk aus, während Skyline seinen Aero Vodochody L-39C Albatross präsentierte. Es war Draken International, das mit zwei seiner Aero Vodochody L-159E „Honey Badger“-Jets in der statischen Ausstellung besonders ins Auge fiel. Diese Flugzeuge wurden aus ausgemusterten L-159A-ALCA-Flugzeugen der tschechischen Luftwaffe entwickelt und sehen etwas anders aus, da der hintere Teil des Cockpits abgedeckt ist, weil sie für ihre Ausbildungsaufgabe mit zusätzlicher Avionik ausgestattet sind.

Die „Royal Jordanian Falcons“ eröffneten ihre Show-Saison zum 50-jährigen Jubiläum in Florennes mit einer Vorführung präziser Formationsflüge und Solo-Kunstflug in ihren vier Extra 330LX.

Die Verbindung zum Osten wurde durch einen seltenen Auftritt der „Turkish Stars“ gewahrt, die sieben Northrop NF-5A/B «Freedom Fighter» flogen. Die Turkish Stars haben eine gute Choreographie und auch interessante Formationen im Programm. Allerdings gab es zwischen den Figuren immer wieder längere Pausen für das Publikum. Auch speziell zu erwähnen ist, dass es bei den Displaymaschinen einen Mischung aus Ein- und Doppelsitzer gab.

Eine rassige Vorführung zeigte die Patrouille Suisse, die einen ihrer wenigen Auftritte ausserhalb der Schweiz absolvierte. Der Samstag war vielleicht einer der schnellsten Flugvorführungen, die das Team je gezeigt hatte, da die extreme Hitze das Team dazu zwang, ihre Northrop F-5E Tiger II mit ca. 40 kts schneller zu fliegen, als sie es normalerweise tun würden.

Auch eine gute Teamvorführung zeigten die Krila Oluje (Wings of Storm) der kroatischen Luftwaffe. Mit sechs Pilatus PC-9M-Turboprop-Schulflugzeugen fliegen sie eine anspruchsvolle Vorführungen, wobei die Sechs-Maschinen-Spiegelformation wohl ihr berühmtestes Manöver ist. Vor kurzem haben sie ihre Flugzeuge mit Rauchsystemen ausgestattet, was ihre Flugkunst noch besser zur Geltung bringt.

Der Soloauftritt der Dassault Rafale C unter der Führung von Captaine Alexandre „Rocky“ Roeckel war erstklassig. Rockys Programm ist, wie alle anderen Rafale-Soloauftritte auch, von ständiger Action geprägt – das Flugzeug dreht, rollt oder neigt sich zu jedem Zeitpunkt seiner Vorführung, was für einen Soloauftritt mit einem Düsenjet äusserst beeindruckend ist.



Zur Rafale gesellte sich eine kleine, aber hervorragende Auswahl internationaler Jet-Solo-Vorführungen. Die schwedische Luftwaffe steuerte ihre SAAB JAS-39C Gripen-Vorführung des in Såtenäs stationierten F7 Skaraborg Wing bei. Es war eine besonders auffällige Darbietung, bei der das Flugzeug bei vielen der vertikalen Manöver großzügig Flares abfeuerte.

Die griechische Luftwaffe war mit zwei Solojet-Displays in Florennes zu Gast. Das „Zeus Demo Team“ präsentierte sich in einem etwas anderen Erscheinungsbild, da das Team die Variante Lockheed Martin F-16V Fighting Falcon einsetzt. Die griechische Luftwaffe betreibt mittlerweile mehr als 50 dieser modernisierten Flugzeuge, die auch weiterhin gemeinsam mit der Dassault Rafale und der F-35 fliegen werden, sobald diese in den kommenden Jahren in den griechischen Dienst gestellt wird. Der größte Unterschied für das Publikum der Flugshow bestand darin, dass die F-16V bisher ohne die konformalen Treibstofftanks auftraten, die dem Flugzeug eine deutlich aggressivere Optik verleihen.

Auch Warbird-Vorführungen standen auf dem Programm, unter anderem mit Flugzeugen aus Belgien und Frankreich. Die belgische Restaurierungsszene war mit einer Paarvorführung vertreten, bei der Frederic Vormezeele seine Curtiss P-40E Warhawk an der Seite von Kris van de Burgh in der Supermarine Spitfire XVIe flog.

Eine energiegeladenere Vorführung lieferte Baptiste Salis mit der North American TF-51D Mustang „Miss Ava“ der W Air Collection.

Im Mittelpunkt des Nachmittags standen die Vorführungen der belgischen Luftwaffe. Im Jahr 2026 verfügt die Luftwaffe zwar über keine festen Vorführteams, präsentierte jedoch eine Demonstration ihrer Such- und Rettungsaufgaben, die von der 40. Staffel mit NH Industries NH90NFH-Hubschraubern durchgeführt wurde, die normalerweise in Koksijde stationiert sind.

Der Höhepunkt der gesamten Veranstaltung war jedoch die Reihe von Überflügen durch Flugzeuge aus Florennes zusammen mit einigen besonderen Gästen. Das 1. Geschwader stellte zwei Lockheed Martin F-35A Lightning II für die Überflüge zur Verfügung, während das 350. Geschwader drei F-16AM Fighting Falcons flog.

Fazit
Die Belgischen Luftwaffentage 2026 demonstrierten erfolgreich die technologische Evolution der belgischen Streitkräfte. Die F-35A etabliert sich als neues Gesicht der Luftwaffe, während die Einbindung historischer Flugzeuge wie der Spitfire die 80-jährige Tradition (und 85 Jahre 350. Staffel) würdigte. Dennoch zeigt die Veranstaltung, dass das Management von Grossereignissen unter den Bedingungen des Klimawandels (extreme Hitze) neue Anforderungen an die logistische Planung stellt, insbesondere hinsichtlich der Sicherheit und Versorgung der Besucher.





























































































































