Aviatikfotografie

Der Bereich der Aviatikfotografie kann der Actionfotografie zugerechnet werden, da in relativ kurzer Zeit und ohne Chance auf Wiederholung ein Bild eines sich schnell bewegenden Objekts gelingen muss. Aus diesem Grund ist die Anschaffung einer digitalen Systemkamera mit entsprechenden Objektiven empfehlenswert, da zur Zeit vor allem diese Kameras genug schnell und auch noch handlich sind.

Wahl der Objektive

Für die Aviatikfotografie ist ein Teleobjektiv mit 400 mm bis 800 mm Brennweite eine gute Wahl. Bei APS-C-Sensoren reicht meist 500 mm, bei Vollformat-Sensoren empfiehlt sich eine Brennweite von 600 bis 800 mm. Neben der Brennweite spielt natürlich auch die Güte und Lichtstärke des Teleobjektivs eine wichtige Rolle. Um wirklich befriedigende Ergebnisse zu erzielen, empfiehlt es sich, ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen.

Verschlusszeiten

Eine einfache Faustregel in der Fotografie besagt, dass die Verschlusszeit dem Kehrwert der Brennweite entsprechen sollte, um Verwacklungen zu vermeiden. Bei einer Brennweite von 300 mm sollte die Verschlusszeit also mindestens 1/300 Sekunde betragen. Bei propellergetriebenen Flugzeugen friert eine kurze Verschlusszeit die Bewegung des Flugzeuges ein und auch die des Propellers. Die Dynamik des Motivs kommt so beim Betrachter nicht an! Um dies zu vermeiden, muss die Verschlusszeit verlängert werden.

Stative

Die längeren Verschlusszeiten erhöhen die Gefahr von Verwacklungen. Diese Verwacklungen lassen sich durch die Verwendung eines Dreibeinstativs (Tripod) reduzieren. Dieses hat jedoch mehrere Nachteile. Oftmals fehlt der notwendige Platz und die entsprechende Bewegungsfreiheit, um das Stativ vernünftig nutzen zu können. Vor allem wenn Flugzeuge Loopings, Fassrollen oder generell Figuren in der Vertikalen fliegen, sind Stative nur eingeschränkt und mit dem richtigen Stativkopf (z. B. Gimbal) zu gebrauchen.

Mitzieher

Der sogenannte Mitzieher bietet sich als Alternative zum Stativ an. Verfolgt man ein Flugzeug schon weit vor dem eigentlich gewünschten Auslösezeitpunkt, so sorgt die gleichmäßige, mitziehende Bewegung für eine Stabilisation der Kamera. Zudem erzeugt diese Bewegung bei längeren Verschlusszeiten den typischen Mitzieheffekt. Der Hintergrund verwischt, während das Motiv selbst scharf abgebildet wird.

Bildstabilisator

Ebenfalls hilfreich ist der immer häufiger anzutreffende Bildstabilisator. Er bietet eine praxistaugliche Hilfe gegen das Verwackeln. Bei der Einstellung sollte jedoch gerade für Mitzieher darauf geachtet werden, dass die horizontale Stabilisation ausgeschaltet werden kann und nur die vertikale Stabilisation aktiviert ist, um so Unschärfe aufgrund des Versuchs, die Mitziehbewegung zu kompensieren, zu vermeiden. Bei Sony-Teleobjektiven ist die Einstellung 2 zu wählen!