Über mich

Werner Friedli, CH-4552 Derendingen, wernerfriedli6(at)gmail.com

So richtig angesteckt mit dem Luftfahrtbazillus habe ich mich Ende der siebziger Anfang der achtziger Jahre beim Besuch von Airshows in der Schweiz. Die erste grosse Veranstaltung erlebte ich 1980 auf der US-Luftwaffenbasis Ramstein in der Nähe von Kaiserslautern. Seitdem besuche ich mehr oder weniger regelmässig Veranstaltungen im In- und Ausland. Als regelmässiger Besucher der Airshow in Ramstein habe ich auch die letzte Vorführung im Jahre 1988 miterlebt und weiss darum die strengen Sicherheitsmassnahmen, die heute in der Regel bei Airshows gelten, zu würdigen.

Aktuelles Equipment

Sony Alpha 1, Sony Alpha 7 IV
Sony FE 100-400 mm f/4.5-5.6 GM OSS, Sony FE 200-600 mm f/5.6-6.3 G OSS
Tamron 35-150mm f/2-2.8 Di III VXD

Meine früheren Kameras 

Analoge Zeit (1982 bis 2003)
Kameras von Minolta (XG-1, X-500, 9000 und Dynax-Typen) und verschiedene Objektive von Minolta (Rokkore).
Digitale Zeit (2004 bis 2020)
Kameras von Nikon (D70, D2X, D3, D3X, D800, D500) und die verschiedensten Objektive von Nikon (Nikkore).

Der Autor

Aviatikfotografie

Der Bereich der Aviatikfotografie kann der Actionfotografie zugerechnet werden, da in relativ kurzer Zeit und ohne Chance auf Wiederholung ein Bild eines sich schnell bewegenden Objekts gelingen muss. Aus diesem Grund ist die Anschaffung einer digitalen Spiegelreflex- oder Systemkamera mit entsprechenden Objektiven empfehlenswert, da zur Zeit nur diese Kameras genug schnell und auch noch handlich sind.

Wahl der Objektive
Für die Aviatikfotografie ist ein Teleobjektiv mit 400 mm bis 600 mm Brennweite eine gute Wahl. Bei APS-C-Sensoren reicht meist 400 mm, bei Vollformat-Sensoren empfiehlt sich eine Brennweite von 600 mm. Neben der Brennweite spielt natürlich auch die Güte und Lichtstärke des Teleobjektivs eine wichtige Rolle. Um wirklich befriedigende Ergebnisse zu erzielen, empfiehlt es sich, ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen.

Korrekte Belichtung
Die richtige Belichtung von Flugzeugen am Himmel scheint einem Laien einfach, ist es in Tat und Wahrheit leider nicht. Auch wenn eigentlich keine Gegenlichtsituation herrscht, tritt sowohl bei bedecktem wie klarem Himmel eine Gegenlichtsituation auf. Um dieses Problem zu lösen, kann entweder mit der Spotbelichtung gearbeitet werden oder mit der manuellen Belichtungskorrektur. Die praktikablere der beiden Methoden ist sicherlich die manuelle Belichtungskorrektur, weil diese unabhängig von der Bildkomposition funktioniert. Bei der Spotbelichtung ist es hingegen unabdingbar, dass sich das Flugobjekt mittig im Sucher befindet, was zum Beispiel bei der Aufnahme von mehreren Flugzeugen kaum möglich ist. Ist man in der glücklichen Lage und verfügt über eine Brennweite, die es einem erlaubt, das Flugzeug formatfüllend abzubilden, ist eine Belichtungskorrektur meist nicht mehr vonnöten, weil dann der Einfluss des Himmels bei der Belichtung in den Hintergrund tritt.

Verschlusszeiten
Eine einfache Faustregel in der Fotografie besagt, dass die Verschlusszeit dem Kehrwert der Brennweite entsprechen sollte, um Verwacklungen zu vermeiden. Bei einer Brennweite von 300 mm sollte die Verschlusszeit also mindestens 1/300 Sekunde betragen. Bei propellergetriebenen Flugzeugen friert eine kurze Verschlusszeit die Bewegung des Flugzeuges ein und auch die des Propellers. Die Dynamik des Motivs kommt so beim Betrachter nicht an! Um dies zu vermeiden, muss die Verschlusszeit verlängert werden.

Verschlusszeiten für fliegende Objekte

Verschlusszeit JetSo kurz als möglich
Verschlusszeit Propellerflugzeug1/200 bis 1/500 s
Verschlusszeit Hubschrauber1/50 bis 1/200 s

Stative
Die längeren Verschlusszeiten erhöhen die Gefahr von Verwacklungen. Diese Verwacklungen lassen sich durch die Verwendung eines Dreibeinstativs (Tripod) reduzieren. Dieses hat jedoch mehrere Nachteile. Oftmals fehlt der notwendige Platz und die entsprechende Bewegungsfreiheit, um das Stativ vernünftig nutzen zu können. Sollte allerdings genügend Platz vorhandensein, empfehle ich einen sogenannten „Gimbal-Head“ Stativkopf. Dieser ermöglicht es dem Fotografen, sich schnell bewegende Objekte sowohl in der Horizontalen als auch in der Vertikalen zu verfolgen. Bei grossem Zuschaueraufkommen und wenig Platz ist ein Einbeinstativ (Monopod) praxistauglicher, weil mit diesem Stativ Standortwechsel relativ schnell bewältigt werden können. Doch auch das Einbeinstativ verursacht bei grossen Winkeln über dem Horizont Probleme. Vor allem wenn Flugzeuge Loopings, Fassrollen oder generell Figuren in der Vertikalen fliegen, sind Stative nur eingeschränkt und mit dem richtigen Stativkopf zu gebrauchen. Für Fotos von Flugzeugen, die einfache Überflüge vollziehen, ist ein Einbeinstativ eine gute Wahl. Ebenso für Fotos von Flugzeugen, die sich auf der Piste bewegen.

Mitzieher
Der sogenannte Mitzieher bietet sich als Alternative zum Stativ an. Verfolgt man ein Flugzeug schon weit vor dem eigentlich gewünschten Auslösezeitpunkt, so sorgt die gleichmäßige, mitziehende Bewegung für eine Stabilisation der Kamera. Zudem erzeugt diese Bewegung bei längeren Verschlusszeiten den typischen Mitzieheffekt. Der Hintergrund verwischt, während das Motiv selbst scharf abgebildet wird.

Bildstabilisator
Ebenfalls hilfreich ist der in der letzten Zeit immer häufiger anzutreffende Bildstabilisator. Er bietet eine praxistaugliche Hilfe gegen das Verwackeln. Bei der Einstellung sollte jedoch gerade für Mitzieher darauf geachtet werden, dass die horizontale Stabilisation ausgeschaltet werden kann und nur die vertikale Stabilisation aktiviert ist, um so Unschärfe aufgrund des Versuchs, die Mitziehbewegung zu kompensieren, zu vermeiden. Bei Sony-Teleobjektiven ist die Einstellung 2 zu wählen!