
Mehr als 60 Auftritte hatte das deutsche Demonstrationsteam der Marineflieger “The Vikings” von 1983 bis zum Abschluss 1986 geflogen. Als Flugzeug setzte das Team die Lockheed F-104G Starfighter ein. Eine Vorführung wurde auch in der Schweiz geflogen, genauer gesagt in Sion im Jahre 1986!
Deutschland, Kanada und Belgien versuchten die F-104 in Kunstflugteams einzusetzen, was allerdings nicht richtig klappte. Es gab einfach zu viele Unfälle. Nach der Analyse dieser Probleme entschlossen sich die Marineflieger des Marinefliegergeschwaders 2, die Flugvorführungen von der Vertikalen in die Horizontale zu verlegen. Geschwindigkeit, Beschleunigung und Steigrate sollten in einer taktischen Demonstration gezeigt werden. Die Vorführungen dauerten zu Beginn ca. 8 Minuten und wurden mit den Jahren auf 12 Minuten ausgebaut. Das Vorhaben gelang vorzüglich, und so operierten zum Teil gleich zwei Teams parallel, um alle Airshows in Europa und sogar Nordamerika besuchen zu können. Leider ging diese Zeit 1986 mit der Einführung der Panavia Tornado viel zu früh zu ende.
Persönliche Erfahrungen
Die Vorführungen der Starfighter hinterliessen bleibende Spuren bei mir als junger Besucher solcher Airshows. Diese Geschwindigkeit, die Dynamik und der „Sound“ waren ein Augen- und Ohrenschmaus. Zuerst waren es die kanadischen „Tigers“ in Ramstein 1980, dann die „Vikings“ ebenfalls in Ramstein im Jahre 1986 und dann auch in Sion. Obwohl die „Vikings“ nur taktische Manöver flogen, war das Gebotene unvergleichlich. Mit Geschwindigkeiten zwischen 800 km/h und 1080 km/h flogen diese Maschinen ihr Programm, und als Zuschauer blieb man staunend zurück. Alles andere, was man bisher gesehen hatte, war auf Schneckentempo geschrumpft. Mit den kleinen Stummelflügeln sahen die Maschinen aus wie Raketen, und sie flogen auch so schnell und gradlinig wie diese. Die Kurvenradien hingegen waren abenteuerlich gross und man verlor die F-104 zum Teil aus den Augen bei diesen Manövern.